Westl. Bgm.-Hogrefe-Str. geht in Ortsgespräch

Schon die Menge an Teilnehmer*innen bei der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Bauen und Breitband hat das große Interesse an der Bebauungsplanaufstellung gezeigt, denn es waren deutlich über 60 Zuhörer*innen in der Sporthalle Luttum oder Online dazu geschaltet. Die Zuhörer*innen konnten eine lebhafte und leidenschaftlich geführte Debatte miterleben.

Zur Diskussion stand der Entwurf des Bebauungsplanes 63 „Westliche Bürgermeister-Hogrefe-Straße“ für ein Wohnbaugebiet in Luttum direkt an der Landesstraße. Vorgestellt wurde der Entwurf und die damit verbundenen Untersuchungen/Gutachten und die Abwägungen zu Dachformen von Frau Renneke vom Planungsbüro INSTARA, die den B-Plan für die Gemeinde planerisch erstellt.

Ziel der Verwaltung war es eigentlich, den Ausschuss über die Festlegung der Dachformen der Mehrfamilienhäuser im süd-westlichen Teil des Plangebietes (WA2 und WA4) abstimmen zu lassen. Hier war zuvor gefragt worden, ob Satteldächer oder Staffelgeschosse als oberstes Stockwerk der Häuser in die textlichen Festlegungen des Planes aufgenommen werden sollten.

Die Ratsfraktionen der GRÜNEN und Freien Fraktion hatten für den Baugebietsplan Nr. 63 „Westl. Bgm.-Hogrefe-Straße“ gemeinsam Anträge zur Höhenbegrenzung (9,50 Meter Firsthöhe) und zur Festsetzung des Bezugs- bzw. Bemessungspunktes auf der Ebene der zu errichtenden Gebäude eingereicht, um unter Berücksichtigung der Bedarfserhebung im Wohnraumversorgungskonzept für den Landkreis Verden, Teilbericht Gemeinde Kirchlinteln, Stand: 22.02.2018, und ausgehend von den politischen Entscheidungen zu Beginn dieses BPlan-Verfahrens in den Monaten April/Mai 2018 konsequent und in sich schlüssig dazu beizutragen, dass der dörfliche Charakter in Luttum gewahrt bleibt. Bezugs- und Bemessungspunkte haben auf dem abschüssigen Gelände des Baugebiets eine nicht nur unerhebliche Bedeutung, weil hier ein Höhenmeter Unterschied eine entsprechend veränderte Bauhöhe nach sich ziehen kann.

„Die Menschen interessiert das. Wir müssen sie abholen!“

– Richard Eckermann, SPD –

Schnell entbrannte auf Basis des Antrags eine Diskussion nach Wirtschaftlichkeit, Wohnungsgrößen, Wohneinheiten, Stellplätzen usw. auf. Dringende Fragen, die in den Augen vieler Ausschussmitglieder und offenbar auch Zuhörer*innen nicht ausreichend beantwortet waren.

Und so beschloss der Ausschuss dann, die für Oktober geplante Ortsversammlung in Luttum vorzuverlegen und die Entwürfe den Bürger*innen vorzustellen und zugänglich zu machen. Zusätzlich wurde beschlossen, dem Architekten des Investors binnen einer Woche eine Liste mit Fragestellungen bzw. Aufgaben zu übersenden, deren Antworten dann zur Ortsversammlung vorliegen sollen. Hier soll es insb. um die Auswirkungen einer niedrigeren Firsthöhe auf Wohnungsgrößen und die Anzahl der Wohneinheiten gehen. Ein in unserern Augen sehr begrüßenswertes Vorgehen!

Dass das Interesse an dem Thema groß ist, merkte man auch daran, dass die Diskussionen und Gespräche auch im Nachgang zur Sitzung – weit nach 22 Uhr – nicht zum erliegen kamen und sich die Menschen leidenschaftlich für eine ortsbildtypische Erweiterung Luttums einsetzten.

„Wir sind nicht die Erfüllungsgehilfen des Investors.“

– Bürgermeister Arne Jacobs, im Nachgang zu Sitzung –

Allen Ausschussmitgliedern und auch der Verwaltung ist klar: Das Baugebiet kann nur zu einem Erfolg werden, wenn die Luttumer*innen an dem Prozess beteiligt sind und dort eine lebenswerte Ortserweiterung geschaffen wird.